Nur Satire - oder mögliche Realität ab dem Jahr 2009 ?

Herr Meyrhuber, der sich zur Zeit in seinem Wochenendhaus von 180 qm mit Blick auf die Schlei in Fahrdorf aufhält, möchte gerade sein Segelboot losmachen, welches am hauseigenen Bootssteg festgemacht ist.

Er freut sich gedankenverloren über das Schnäppchen, was er hat machen können; denn ein solches Haus in dieser Lage für nur 90.000 Euro bekommt man ja schließlich nicht überall!

Dazu kommt noch, dass die Nachbarhäuser leer stehen und man so nicht durch lästige Rasenmäher am Wochenende gestört wird.

Vor zwei Stunden befand er sich noch in seiner Eigentumswohnung in Frankfurt...jetzt takelt er schon sein Segelboot im Norden Deutschlands auf, denn der neue große zivile Flughafen in Jagel ermöglicht dieses Wunder.

Der Taxifahrer, der ihn zu seinem Haus gefahren hat, erzählte ihm, dass der Flugplatz neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Er selbst arbeitete in der Gastronomie entlang der Schlei - ein sehr zufriedenstellender Beruf - jedoch verlor er diesen vor einem Jahr wegen der ausbleibenden Touristen und der abwandernden Lokalbevölkerung. Aber zum Glück boomt das Taxigeschäft..., deshalb fand er dort einen neuen Job.

Diesen hat er auch bitter nötig, denn seine Frau hatte durch den ständigen Fluglärm Tinnitus bekommen, welcher des öfteren einen Urlaub in einer ruhigen Gegend erforderlich macht.

Aber zum Glück kann man ja seit einiger Zeit kurzfristig direkt aus der Region gen Süden fliegen!

Bauunternehmer Reibach aus Schleswig verabschiedet gerade seine beiden Angestellten ins Wochenende. Ursprünglich hatte er ja gehofft, einen Teil des Flughafenausbaus übernehmen zu können.....Aber wie es ja inzwischen so üblich ist, war alles europaweit ausgeschrieben worden und eine Firma aus Portugal hatte den Zuschlag erhalten. Zum Glück waren noch einige Aufträge für kleinere Nebenwege und -gebäude an hiesige Unternehmen vergeben worden.

Reibach möchte noch fürs Wochenende einkaufen, jedoch sind die Einkaufsmöglichkeiten inzwischen als Folge der Abwanderung aus der Region stark eingeschränkt worden; deshalb fährt er noch kurz in Jagel vorbei, um im Airport-Superkiosk das Notwendigste mitzunehmen.

Auf dem Parkplatz für die Bediensteten fällt ihm die Vielfalt der Autokennzeichen auf:  hauptsächlich FL,  NMS, RD,  auch einige wenige SL-Kennzeichen fallen ihm auf - wer wohnt schon freiwillig in der Nähe eines Flughafens und seiner Start- und Einflugschneise!? Ja, der Flugplatz hat wirklich einige Arbeitsplätze "umverlagert" zur Freude der Arbeitnehmer aus anderen Regionen.

Dr. Arzt verlässt nach einem arbeitsreichen Tag endlich seine Praxis. So viele Patienten wie im letzten Jahr hatte er noch nie. Allergien und Atemwegserkrankungen haben wegen der Emissionen der vielen großen Flugzeuge besonders bei den kleineren Kindern sprunghaft zugenommen.

Er fährt in seine Luxusvilla an der Flensburger Förde, wo die Welt noch in Ordnung zu sein scheint.

Heute Abend muss er zu einer Grillparty mit alten Freunden, welche jetzt ebenfalls an der Förde wohnen. Viele von diesen besser gestellten Persönlichkeiten hatten 2003 noch rechtzeitig ihre Häuser in und bei Schleswig ohne Verluste verkaufen können. 

Frau Windig aus Neuberend, die sich nie für Jagel interessiert hatte, da dieses ja so weit südlich liegt, guckt schon wieder genervt aus ihrem Buch hoch, während sie auf der Terrasse sitzend einen Airbus-Jet, welcher seine Warteschleife über Jagel-Airport dreht, über ihrem Haus "hängen" sieht.

Dieselbe Maschine, welche übrigens früher von und nach Billund geflogen war, jetzt aber wegen der Nähe zu den deutschen Passagieren in Jagel stationiert ist, überfliegt 30 Sekunden später Herrn Meyrhubers Segelboot. Unser Wochenendurlauber braucht sich aber nicht lange über die Störung durch dieses tief "hängende" Flugzeug aufzuregen, denn in drei Minuten wird schon das nächste vorbeischweben.....

Übrigens hat Oma Sorglos inzwischen ihre Meinung über eine bestimmte Nachbarin revidiert!

Frau Sorglos hatte früher immer über sie hergezogen, da diese, nachdem deren Mann sie trotz der drei Kinder verlassen hatte, ihren Körper für Geld an fremde Männer verkaufte, um sich und ihren Kleinen ein finanziell einigermaßen abgesichertes Dasein zu sichern.

Nach dem Ausverkauf der einstmals so schönen Region um Schleswig herum, dem sie selbst ursprünglich in keiner Weise kritisch gegenüber stand, weil Politiker im Wahlkampf-Fieber und aus Profilierungsgründen die Schlagwörter "Arbeitsplätze für die kommenden Generationen" einsuggerierten, sitzt sie nun oft traurig drein schauend auf der Bank vor dem Altenheim und denkt über Werte und Moral nach.

Leider kommen ihre Kinder sie sehr selten besuchen, da diese längst in einer ruhigeren Gegend wohnen...

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Kommentar in Sylter Rundschau vom 10.03.2007: CO2-reduzierter Urlaub am „Grande Playa“

von Jörg Christiansen

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Sylt zum großen Profiteur des Klimawandels werden könnte. Bislang haben wir doch eher befürchtet, der Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme von Stürmen und die Einwanderung fremder Meeresbewohner würden unserem Sandknust binnen weniger Generationen den Garaus machen. Doch seit kurzem gibt es Hoffnung. Unter dem Motto „Sylt statt Seychellen“ plädieren Klima-Experten, Umweltschützer und Politiker dafür, auf Flugreisen in ferne Gefilde wegen des enormen Kohlendioxyd-Ausstoßes zu verzichten und in Deutschland zu urlauben – am besten per Bahn.

Danke, liebe Klima-Retter, danke! Marketingmäßig ist das eine glatte Eins. Jedenfalls solange niemand auf die Idee kommt, genauer hinzugucken. Da wird er nämlich schnell feststellen, dass die Klima schonende Bahnreise nach Sylt ein Auslaufmodell ist. Voll im Trend liegt hier neben dem Anreise- und CO2-Klassiker Auto vor allem das . . . na? Richtig: Flugzeug.

Schade eigentlich – zumindest fürs Klima. Das werden wir so wohl doch nicht gerettet bekommen. Aber wenigstens sitzen die letzten Sylter dann mit prall gefülltem Geldbeutel auf ihren kleinen Inseln und Sandbänken und können es sich leisten, ihre Friesenhäuser zu reetgedeckten Hausbooten umzubauen.

Oder tritt womöglich doch ein echtes Umdenken ein und Sylt wird nicht nur gerettet, sondern auch noch zur weltweit ersten Insel für CO2-reduzierten Urlaub? Der Flughafen wird geschlossen, bis es der Industrie gelingt, ein 30-Liter-Flugzeug zu entwickeln. Die Bahnstrecke Hamburg-Sylt wird elektrifiziert, die Fahrt dauert nur noch 90 Minuten. Auf der Insel sind ausschließlich Elektroautos erlaubt. Kühe und Schafe tragen CO2-Filter am Hinterteil und TUI gewährt im Dorfhotel 50 Prozent Rabatt bei Anreise per Fahrrad. Das wäre doch mal ein echter Standortvorteil. Und noch dazu absolut glaubwürdig.(...)

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Schaut euch doch bitte auch die satirische Website über den Nachtflughafen „Hahn“ an:

http://www.hahnland-pfalz.de.vu/